"Lustig ist das Zigeunerleben..."
Die Kreuznacher können froh sein, dass sie 1969 die Planiger eingemeindet haben, denn ohne sie gäbe es einen der schönsten farbigen Tupfer in der "Kreiznacher Narrefahrt" nicht - die "Planiger Zigeuner". Schon 1973 sind unsere Zigeuner dort mit dabei.
Das frisch-fröhliche Zigeunerleben imponierte den Schuppessern und den Planigern schon immer. Elisabeth Bubach erinnert sich, dass eine Zigeunertruppe eigentlich schon bei einem Planiger Kinderumzug aufgestellt werden sollte. Der Plan konnte jedoch nicht ausgeführt werden und deshalb ergriff sie, als damalige Sitzungspräsidentin, sogleich die Initiative, als 1973 für die "Kreiznacher Narrefahrt" ein attraktiver Beitrag gesucht wurde.
Die Zigeuner waren damals eine Attraktion und sind es bis heute geblieben. Mit Pferd, Planwagen und Handkarren, in fantastisch bunten Zigeunerkleidern tippeln alte und junge Zigeunerinnen und Zigeuner durch die Straßen. Zur Gaudi der Zuschauer verkaufen sie aus ihren Körben Strumpfbänder, Spitzen, kleine Knöpfe und sonstigen Krimskrams und lesen den Wartenden ihre Zukunft aus der Hand.
Unsere Zigeuner sind aber nicht nur eine Augenweide, sondern sie versorgen die Zuschauer an Fastnachtssamstag in Bad Kreuznach mit Erbsensuppe, Zigeunersteaks, Würstchen und mit bestem Pleenicher Glühwein, frisch vom Biwak auf dem Kornmarkt. Besonders die Zigeuner-Erbsensuppe, in der fast zwei Zentner Knochen und reichlich Fleisch gekocht werden, hat einen legendären Ruf. Schon beim Aufbau des Zigeunerlagers am Morgen, fassen viele Kreuznacher schon einen Schlag Suppe. Und einige bleiben bei dieser Gelegenheit bis zum Abend, vergessen den Topf mit der Erbsensuppe und die daheim wartende Ehefrau - so schön und lustig ist das Zigeunerleben.